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Druckfest zum Tag der Arbeit im Speicher am Katharinenberg

Druckfest, Ausstellung und Musik

Im April 2009 eröffnete in Stralsund die Spielkartenfabrik, eine
Museumswerkstatt für Kinder und Jugendliche, ihre Pforten. In
pädagogisch begleiteten Projekten entwickeln, gestalten und produzieren
vornehmlich junge Menschen, aber auch Erwachsene, an historischen
Maschinen Kartenspiele. Im Laufe des Projektes wurde sehr schnell
deutlich, dass die handwerkliche Produktion von Kleinserien in
verschiedenen Hoch- und Siebdrucktechniken bei den Teilnehmern enorme
Potentiale weckt. Da der Begriff von »Arbeit« sich in vielen
Berufsfeldern sich zunehmend zu einem rein kognitiven Prozess
transformiert, scheint es nicht verwunderlich, dass Menschen eine große
Genugtuung empfinden, wenn sie mit eigenen Händen produzieren und
gestalten dürfen.

Dieser Lust wollen wir fröhnen und am 1. Mai 2010 einen Tag der Arbeit
gestalten, der seinen Namen auch verdient. Schon an Freitag, den 30.4.
werden druckgrafischen Schauwerkstätten rund ums Thema ?Arbeit" von
eingeladenen Künstlern aus ganz Deutschland in Schauwerkstatten vor Ort
grafische Blätter produziert.

Den Freitagabend beschließt ab 20:00 Uhr dann ein akustisches
Experiment. Die JAZZ-Musiker Wieland Möller
(dr./perc./electr./toys/voc.) und Lukas Acuña (guit./electr./toys/voc.)
aus Rotterdamm werden inspiriert vom Klang der Maschinen der
Museumswerkstatt eine facettenreiche Musiklandschaft improvisieren, die
zwischen minimalistischen Geräuschkulissen, athmospherischen Songs und
erdig energievollen Rhythmen schwingt. (Eintritt 5/10 ?)

Der Sonnabend wird um 10:00 mit einer Ausstellung eröffnet, in der
Ergebnisse eines Schulprojektes mit 120 Schülern der Hermann Burmeister
Schule zum Thema »Arbeit« ausgestellt werden. Von 10-18.00 Uhr wird es
weiterhin die Möglichkeit geben den Künstlern im Erdgeschoss beim
Arbeiten über die Schulter zu schauen.

Im Café des Integrativen Freizeittreffs Bleicheneck spielt das
Papiertheater Invisius aus Berlin die beiden Stücke »Rumpelstilzchen«
(ab 11 Uhr, 30 Minuten - für Kinder und Erwachsene ab 5 Jahren) und
»Freischütz« (ab 15 Uhr, 55 Minuten - für Zuschauer ab 14 Jahren).
Unter dem Titel »Mach doch, was du willst !« stellt dann Frauke Hehl ab
16:00 Uhr im Seminarraum des Speicher am Katharinenberg im die
workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V. vor. Der Verein beschäftigt sich
seit 1998 kritisch und unkonventionell mit den Themen Arbeit,
Existenzsicherung und Lebensgestaltung. An der Schnittstelle von Kunst,
Kultur und Sozialem entwickeln Betroffene gesellschaftlich tragfähige
Lebensentwürfe. Dabei setzen sie sich nicht nur kritisch mit dem
bestehenden Erwerbssystem und dem tradierten Arbeitsbegriff
auseinander, sondern zeigen Alternativen auf, leben und realisieren
diese in diversen Projekten.

Anschließend zeigt der Förderverein Jugendkunst e.V. ab 18:00 Uhr ein
Filminterview mit Prof. Dr. Frithjof Bergmann, dessen Idee der »Neuen
Arbeit« zu seiner Lebensaufgabe wurde. Bergmann geht davon aus, dass
mit dem sichtbar werdenden Ende des Industriezeitalters auch die
geselllschaftliche Auffassung von Arbeit neu definiert werden muss. Die
fortschreitende Technologisierung wird es künftig möglich machen,
jenseits der industriellen Massenproduktion kleine, intelligente und
flexible Produktinnovationen lokal zu produzieren zu können.
Das Ensemble HybridCosmics von der Hochschule für Musik und Theater in
Rostock wird dann ab 20:00 Uhr den Tag der Arbeit musikalisch
beschließen. Zu hören sein werden schräge Verschnitte von Punk und
Neuer Musik, ungehörte Debussy-Arrangements, schrille
Metal-Bearbeitungen, -stauchungen und Industry-Klangorgien an.
Thematisch kreisen die Stücke um den Tag der Arbeit: u.a. Louis
Andriessens Worker'sUnion, Der blinde Fleck des Beobachters (I'm blind)
nach KoRn, Industry von Michael Gordon für Cello und Distortion, Tappen
am Ostseestrand (... Des pas sur la neige) nach Claude Debussy, Lick von
Julia Wolfe und Metal Zone (Battle Royal Version, Stralsund shortcut)
von Paul Friedrich Frick. (Eintritt 5/10 ?)

Detailierte Informationen sind auf der Website des Förderverein
Jugendkunst e.V. www.jugendkunst.de veröffentlicht. Die Veranstaltung
wird unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung, der Stadt Stralsund,
dem Landesjugendamt und der Aktion Mensch.


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