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Puccini´s Turandot Lyrisches Drama in drei Akten
Text von Giuseppe Adami und Renato Simoni. Musik von Giacomo Puccini
Premiere am 26. September 2009 in Stralsund (Großes Haus)
Zum Werk
Peking. Viele Freier haben schon um die Hand der Prinzessin Turandot angehalten, und alle haben dabei ihr Leben verloren, denn wer die drei von ihr gestellten Rätsel nicht lösen kann, wird enthauptet. Und dennoch zieht die kalte Schönheit immer wieder neue Bewerber in ihren Bann, so auch den Prinzen Calaf. Er beschließt, sich der Prüfung zu stellen. Weder sein blinder Vater noch die Sklavin Liù oder die drei Minister, Ping, Pang und Pong, vermögen ihn von seinem Entschluss abzubringen. Calaf fordert Turandot heraus und kann tatsächlich die drei Rätsel lösen. Das Volk feiert seinen neuen Helden. Turandot jedoch weigert sich, Wort zu halten. Da stellt Calaf ihr ein Gegenrätsel: Gelingt es ihr, bis zum nächsten Morgen seinen Namen herauszufinden, liefert er sich freiwillig dem Henker aus. Turandot nimmt die Herausforderung an. Bei Todesstrafe wird die Bevölkerung aufgefordert, den Namen des Unbekannten in Erfahrung zu bringen. Als Turandot Calafs Vater foltern lässt, stellt Liù sich vor den alten Mann und tötet sich in selbstloser Aufopferung, um das Geheimnis um Calafs Namen für immer zu bewahren.
„An dieser Stelle endet das Werk des Meisters.“
Mit diesen Worten brach Arturo Toscanini 1926 die Uraufführung der „Turandot“ in Mailand ab. Giacomo Puccini hatte seine Oper nicht mehr vollenden können. Er starb am 29. November 1924. Es war ihm nicht mehr vergönnt, den unmittelbaren Erfolg der „Turandot“, die anhand von Skizzen von dem Komponisten Franco Alfano vollendet wurde, zu erleben. Noch im Jahr der Uraufführung wurde die Oper an allen führenden Opernhäusern in Europa und Amerika auf den Spielplan gesetzt.
Luciano Pavarottis Interpretation der Arie „Nessun dorma“ aus dem 3. Akt der Oper machte ihn seinerzeit unsterblich und gerade jetzt erlebt Puccinis wohl berühmteste Arie eine nie da gewesene Renaissance.
Mit seiner letzten großen Oper „Turandot“ greift Puccini einen Märchenstoff aus dem 13. Jahrhundert auf, der zuvor u. a. bereits von Carlo Gozzi 1762 für die Bühne adaptiert worden war. Im Œuvre Puccinis nimmt „Turandot“ zweifellos eine singuläre Stellung ein. Das Werk entzieht sich in der Verschränkung von Exotik und Märchen-haftem, Tragödie und Komödie sowie durch ihre dramaturgische Vielschichtigkeit jeglicher Kategorisierung. Zentrales thematisches Anliegen der Autoren war von Anfang an die psychologische Durchdringung der Titelgestalt, die sich in ihrem Zwiespalt zwischen berückender Schönheit und grausamem Wesen von allen früheren Puccini-Heroinen unterscheidet.
Puccini sah in dem Stoff der „Turandot“ die Möglichkeit, sich der ganz großen Opernform im Stile von „Aida“ zuzuwenden: Großer Bühnenaufwand, feierliche Aufzüge, eindrucksvolle Chorszenen – dies alles waren dramaturgische Mittel, von denen der Komponist bislang kaum Gebrauch gemacht hatte und die – gepaart mit dem Melodienreichtum seiner Musik – den unmittelbar einsetzenden und bis heute anhaltenden Erfolg dieses „Opus summum“, erklären.
Theaterkasse (Olof-Palme-Platz 6)
Di – Fr 10 – 13 Uhr und 16 – 18 Uhr
Tel. 03831 / 26 46 124


