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Preis € 12,60


Ferdinand von Schill in Stralsund

Sein Kampf machte den Major Ferdinand von Schill keineswegs unvermittelt zum Freiheitshelden, dafür waren seine militärischen Manöver und Motive zu umstritten - dennoch gehören das Andenken an seine Taten unstrittig zu den spektakulären Kapiteln der deutschen Geschichte.



Beschrieben wird, was Schill, der 1776 auf dem Wilmsdorfer Gut bei Dresden, geboren wurde, nach Stralsund führte. Detailliert wird der Marsch des Schillschen Regiments vom 28. April bis zum 25. Mai nachvollzogen, der mit den Straßenkämpfen in Stralsund ein furioses Ende fand.

Bildliche Darstellungen versuchen, den Mythos, der sich um Schills Tod rankt, zu erfassen. Auch der Verbleib seines Torsos und die Geschichte um den abgetrennten Kopf nähren im Nachhinein die Faszination der Figur Schills.

Im Buch wird auch deutlich, dass Schill und seinen Weggefährten auch an anderen Orten gedacht wird. So in seinem Geburtsort Wilmsdorf, in Braunschweig, hier wurden im Juni 1809 gefangen genommene Schillsche Soldaten erschossen, sowie in Geldern und in Wesel, wo ebenfalls Schillsche Offiziere hingerichtet wurden.


Auszüge aus dem Buch:

"Schills Leiche brachte man anschließend in das Haus des Stadtchirurgen Schumacher am Alten Markt, sie wurde dort im Erdgeschoss zur Schau gestellt, wofür man sogar die Fenster entfernte. Der dänische Rittmeister von Bardenfleth sah Schills Leiche und beschrieb sie später als „von allem Blut gereinigt, mit reinem Leinen bekleidet und mit Sorgfalt behandelt“. Gratien ließ nach weiteren Zeugen suchen, die Schills Identität bescheinigen konnten. Unter anderen mussten noch zwei herzoglich-mecklenburgische Offiziere, der Stralsunder Polizeibeamte Carl Magnus Fink und der Rittmeister von Parsenow, bei dem Schill gewohnt hatte, die Leiche als die von Schill bezeugen. Angeblich soll es von Parsenow gewesen sein, der sich bei General Gratien bedankte, Stralsund von diesem „brigand“ (Räuber) befreit zu haben. Gratien antwortete der Legende nach „Schill ne fut pas brigand, il fut héros“ („Schill war kein Räuber, er war ein Held“)."

"Am 1. Juni fand eine große Siegesparade statt. Am Nachmittag trennte man Schills Kopf vom Rumpf. Den Berichten nach führte dies der Oberstabsarzt Genoux aus, es wird aber auch der holländische Oberwundarzt Moor genannt. Schills Kopf gelangte in die Hände des Regimentsarztes Wittig mit der Anweisung, diesen ausbluten zu lassen und die Adern zu schließen. Wittig erwähnt später in seinen Berichten aber nichts von einer Säbelwunde an der Stirn, was zu Spekulationen über die Echtheit von Schills Leichnam führte. Den Kopf schickte man, in einem mit Weingeist gefüllten Glas an den in Kassel residierenden König von Westfalen, Jérome."


Autor: Jörg Matuschat

ISBN 978-3-941444-11-9
erschienen Januar 2009
DIN A5, Paperback
93 Seiten


Preis € 12,60