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Karl Xll. von Schweden

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts rückte die Hansestadt Stralsund wieder in den Blickpunkt der großen europäischen Politik. Bereits 1699 war die schwedische Vormachtstellung im Ostseeraum durch ein offensives Bündnis der Mächte Russland, Dänemark und Polen-Sachsen bedroht.



Im Jahre 1700 huldigten die Stralsunder Bürger dem schwedischen König Karl XII. (17.6.1682 Stockholm - 30.11.1718 Frederikshald / Norwegen), der erst 1697 vom schwedischen Reichstag für mündig erklärt wurde und als 15jähriger die Nachfolge seines Vaters antrat. Anfangs schien er dem feindlichen Bündnis siegreich entgegenzutreten, musste aber 1709 nach der Niederlage gegen die russischen Truppen unter Zar Peter l. von Russland bei Poltawa ins Exil in die Türkei flüchten. Im August 1711 rückten die sächsischen, russischen und dänischen Truppen in Schwedisch-Vorpommern ein und niemand glaubte mehr daran, dass Karl XII. noch am Leben war.

Nach einem legendären Ritt von Pitesti durch Europa erreichte er aber im November 1714 Stralsund. Karl XII. hatte sich die Stadt als letzten Verteidigungspunkt auf dem Festland ausgesucht und so musste Stralsund wieder Belagerungskämpfe über sich ergehen lassen. Am 14. Juli 1715 rückten die Dänen von der Knieperfront heran, die Preußen vor das Tribseerwerk und die Sachsen vor die Frankenfront. Am 2. Dezember wurde damit begonnen, die isolierte Stadt zu bombardieren. Daraufhin bat der Bürgermeister von Stralsund den schwedischen König, die Stadt doch kampflos zu übergeben, um größere Schäden zu verhindern.

Erst in der Nacht vom 21. zum 22. Dezember, als Karl XII. einsehen musste, dass jeder Widerstand zwecklos war, floh er auf einer kleinen Jacht über den teilweise zugefrorenen Strelasund in Richtung Hiddensee. Dort wartete ein größeres Schiff auf ihn. Einen Tag später wurde die Kapitulation bekannt gegeben. Der Schwedenkönig konnte somit aus Norddeutschland verdrängt werden und Schweden verlor seine Stellung als Großmacht.

Die Hansestadt Stralsund gelangte für fast fünf Jahre bis zum Frieden von Frederiksborg am 3. Juli 1720 an das Königreich Dänemark.

Eine Gedenktafel erinnert an Karl XII.


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